Wer bricht eher sein Studium ab? Abiturienten oder Nicht-Abiturienten?

Auf der Suche nach dem Alleinstellungsmerkmal des Gymnasiums könnte die Abrecherquote im Studium eine aussagekräftige Hilfe sein. Es wäre ein befriedigender Gedanke für jeden Gymnasiallehrer, dass deutlich mehr Studenten mit fachgebundenem Abitur ihr Studium abbrechen. Leider kommt man nicht so einfach an die Daten, wer mit welcher Vorqualifiaktion was studiert und wie oft er abbricht. Eine sehr grobe Orientierung bietet die Veröffentlichung „Die Entwicklung der
Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen“ aus dem Jahr 2014.

In dieser Veröffentlichung werden die Abbrüche von Bachelorstudiengängen von Fachhochschulen und Universitäten genannt. Nun ist es natürlich klar, dass bestimmte Studiengänge sowohl Abiturienten, als auch Nicht-Abiturienten aufnehmen. Ein Maschinenbau Student an einer FH kann auch sein Abitur haben. Der Studiengang ist für ihn praxisorientierter und bietet einen dualen Studiengang an. In diesem Fachbereich werden die Überschneidungen sehr groß sein, in anderen Studienfächern geringer. Ebenso können Studenten sich die Zugangsberechtigung zur Universität über FOS und BOS angeeignet haben.

Für die Universität sieht die Studienabbruchsquote für die Absolventenjahrgänge 2010 und 2012 so aus:

SabqUni

Quelle: DZHW, link

Für die Fachhochschulen sehen die Zahlen so aus:

SabqFH

Quelle: DZHW, link

Wenngleich die Datenlage nicht eindeutig ist, die Zahlen nicht topaktuell und sich auch noch Zusammenhänge zwischen den Bildungsinstitutionen, z.B. durch Wechsel von einer Uni auf eine FH ergeben, ist der Trend schon klar erkennbar: An Universitäten wird mehr abgebrochen als an Fachhochschulen.

Was das für Abiturienten und Nichtabiturienten bedeutet? Brechen Nicht-Abiturienten weniger oft ab? Sind Abiturienten wirklich besser auf das Studium vorbereitet? Sind 13 Jahre bis zum G9 Abitur nicht ein wenig viel, um dann dann an der Uni zu über 33% abzubrechen? Wenn ich Mathe studieren will, ist es dann nicht statistisch sogar sinnvoller kein Abitur zu machen und nicht auf die Uni zu gehen?

Ein Befürworter des gymnasialen Systems in Bayern hätte sich sicher gewünscht, dass die Fachhochschüler öfter abbrechen.

Tun sie aber nicht.

Bildquelle: Pixabay; CC0-Public Domain

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