Meine erste volldigitale Korrektur

Korrigieren – die Krux des Lehrers. Nichts im Lehreralltag ist so zeitraubend, ermüdend und unproduktiv wie das Korrigieren. Seit vielen Jahren versuche ich diesen Prozess so effektiv und angenehm zu gestalten, wie es nur irgendwie möglich ist. Die Neuen Medien bieten nun Möglichkeiten, die ich in den Weihnachtsferien 2016/17 zum ersten Mal für mich ausprobiert habe.

Hier mein Bericht über meine erste komplett digitale Korrektur:

Was habe ich korrigiert?

Es wurde ein sogenanntes „BuS-Seminar-Portfolio“ korrigiert. Dabei handelt es sich um ein Zusammenstellung an Texten und Materialien, die Schüler in der Q11 des Bayerischen Gymnasiums im Seminar zur Berufs- und Studieninformation einreichen müssen. Das BuS-Seminar ist Teil des P-Seminars (=Praxisseminar), in dem die Schüler praktisch an einem Projekt arbeiten. Am Ende von Q12 werden die Ergebnisse des BuS-Seminars mit den Ergebnissen des Praxisseminars verrechnet und fließen dann als eine Teilnote in die Abiturbewertung ein.

Wie wurde die digitale Abgabe der Portfolios organisiert?

Es war Vorgabe, dass die Schüler des Seminars ihr Portfolio papierlos als pdf-Dokument einreichen müssen. Die Einreichung wurde über mebis realisiert. Dies ist datenschutzrechtlich sowieso der einzige „digitale Raum“, der dazu geeignet ist. Es wurde in mebis eine „Aufgabe“ mit zeitlich definierter Abgabe eingerichtet. Die Schüler konnten hier bis zu einer Deadline ihre Portfolios hochladen.

einreichung

Beispiel für eine Schüleransicht des Einreichungsfensters in mebis. Der Upload wird durch das Klicken auf die kleine Hand unten aktiviert.

Ein guter Tipp: Mit den Schülern vorher eine Abgabe durchgehen und eine Testdatei hochladen. Der Lehrer muss unbedingt darauf achten, dass die Daten für die Deadline korrekt gesetzt sind und dass die Abgabedatei groß genug sein darf!

bewertung

Nachdem die Schülerarbeiten eingereicht wurden, hat jeder Schüler eine kurze Mitteilung über mebis erhalten, dass seine Datei angekommen ist. Tatsächlich haben es alle Schüler geschafft pünktlich ihre Dokumente hochzuladen. Zudem habe ich überprüft, ob alle Dateien funktionieren und habe jedes pdf einmal geöffnet und kurz überflogen. Auch das hat gut geklappt. Nun konnte der eigentlich Korrekturprozess beginnen.

Welche Hard- und Software habe ich benutzt?

Die Korrektur erfolgte auf einem Panasonic Toughbook Typ CF-C1 mit Touchscreen und Stifteingabe.

panasonic_toughbook_c1_2

Bildquelle: https://www.cnet.com

die mebis-interne Korrekturmaske bietet (von links nach rechts)

korrekturtools

  • Textfelder (in verschiedenen Farben)
  • eine „Anfasser-Hand“ zum Verschieben des Dokuments
  • einen Auswahlcursor zum Markieren, verschieben und Löschen von Objekten und Texten
  • ein Freihandform-Linie
  • mehrere grafische Elemente
  • einen Zeilenmarkierer (in verschiedenen Farben)
  • einen Objekt-Stempel (Kreuze in rot, Haken in grün, Smilie, Sadie, …)

Die Korrektur mit dieser Maske und der Stifteingabe lief angenehm zügig und unkompliziert. Nach der händischen Korrektur wurde noch ein kurzer Kommentar in ein Textfeld geschrieben und das ganze mit Note abgespeichert. Der Schüler erhält damit umgehend seine Korrektur digital zurück.

Es gab zwei Probleme:

  • Die Freihandformlinie ist zu breit voreingestellt und kann nicht dünner gestellt werden. Das ist etwas störend, aber verschmerzlich.
  • mebis zeigt bisher nur pdf-Dokumente an. Andere gängige Dokumente, wie z.B. Word-Dateien werden nicht angezeigt. Das muss geändert werden!

Die Vorteile waren:

  • zügiges und komfortables Arbeiten
  • sofortige Rückmeldung an den Schüler
  • kein Papierkram
  • Die Stempelfunktion ist praktisch und erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit

Welches Fazit ziehe ich?

Mein Fazit lautet: Es ist deutlich angenehmer und schneller ein digitales, getipptes Dokument zu korrigieren, als eine handschriftliche Arbeit. Aufgrund des sauberen Schriftbilds, des besseren Layouts und den verschiedenen Möglichkeiten digitale Texte zu bearbeiten, war meine Effektivität höher als bei einer händischen Korrektur.

Das mebis-Korrekturtool ist noch nicht ausgereift und benötigt noch weitere Updates, aber man kann schon jetzt einigermaßen gut damit arbeiten.

Sehr angenehm fand ich die Möglichkeit, die korrgierte Arbeit sofort an den Schüler weiterzuleiten und zusätzliche Rückmeldungen und Dateien anzuhängen. Das ist effektive Organisation.

Ich werde in Zukunft so viel wie möglich digital korrigieren.

Beitragbild: Quelle: Pixabay CC-Lizenz

Ein Gedanke zu “Meine erste volldigitale Korrektur

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