So layoutet man Texte im Fremdsprachenunterricht (plus Beispiel)

Die Zeiten sind vorbei, als man irgendwo aus einem alten Time-Magazine einen Artikel auf den Fotokopierer legte und dann einen Klassensatz an die Schüler austeilte, damit diese ihn bearbeitet sollten.

Früher war ein Text in Kopieform oder als Buchtext lediglich der „Ausgangstext“ für die Bearbeitung. Man konnte etwas markieren oder ein paar Wörter zwischen die Zeilen oder an den Rand quetschen. Beim Schulbuchtext war nicht einmal das im Regelfall möglich.

Heute sollte ein Text aber meiner Meinung auch immer gleich die „Arbeitsgrundlage“ bieten. Ein Text sollte genügend Platz für Anmerkungen bieten, sollte hilfreiche Links beinhalten und auch in digitaler Form verfügbar sein, damit er weiter bearbeitet werden kann.

Um das zu erreichen, muss man nicht zaubern können. Einfache Layout- und Formatvorlagen in den bekannten Textverarbeitungsprogrammen sorgen dafür, dass ein digitaler Ausgangstext mit wenigen Arbeitsschritten zu einer (perfekten) Arbeitsgrundlage wird.

  1. Der Zeilenabstand im Fließtext sollte immer doppelt groß sein, damit Schüler Bedeutungen und Anmerkungen einfügen können.
  2. Der Seitenrand sollte ebenfalls sehr groß sein. Bei zwei großen Seitenrändern, kann man sauber z.B. in Form (links) und Inhalt (rechts) unterteilen.
  3. Nach Absätzen viel Platz lassen. Dieser Platz bietet sich sehr gut für schriftliche Zusammenfassungen an.
  4. Zeilennummern sind hilfreich, besonders wenn es ums korrekte Zitieren geht. Wenn der Gesamtinhalt im Vordergund steht sind Absatznummern hilfreicher. Einfach am Anfang jedes Absatzes die Zahl einfügen.
  5. Unter dem Text oder einem Absatz könnte/sollte ein Link auf eine Quizlet-Vokabellerndatei stehen. Quizlet bietet Short-URLs an, das bedeutet der Internetlink ist kurz und einfach abzutippen. Die Quizlet-Datei sollte vom Lehrer so eingerichtet werden, dass sie von jedem bearbeitet werden darf.
  6. Am Ende des Textes könnte eine verpflichtende Quizlet-Vokabellerndatei aufgeführt werden, die als Grundlage für einen Vokabeltest dienen kann. Diese Datei kann einfach aus den Eingaben der Schüler vom Lehrer zusammengestellt werden.
  7. Wem das mit Quizlet zu modern ist, der kann Vokabeln als verpflichtend definieren, indem er vor jeder zu lernenden Vokabel oder Ausdruck ein „*“ Sternchen setzt, bevor er den Text an die Schüler ausgibt.
  8. Der Text sollte digital verfügbar sein. Hierzu gibt es mehrere Lösungen. Die erste ist die unproblematischste, die letzte die bedenklichste:
    • den Text auf mebis stellen
    • eine OwnCloud-Lösung an der Schule verwenden, um den Text hier zu hinterlegen
    • eine lehrereigene Cloudlösung, z.B. Pogoplug nutzen und einen Shortlink auf das freigegebene Dokument unter den Text schreiben
    • eine offene Cloudlösung, z.B. Dropbox nutzen und wie oben einen Shortlink auf das freigegebene Dokument angeben.
    • Den Text digital an einen Schüler geben, damit dieser die Datei über die bekannten Sozialen Netzwerke verteilt. (Naja!)
  9. Eine Pre-reading activity bereitstellen: Eine kurze Linkliste zu YouTube-Videos oder zu englischsprachigen Wikipediaartikeln zum Thema kann das Verständnis und den Einstieg in einen Text erleichtern. Die Links vor dem Text anführen und einfache Fragen dazu stellen. Die selbe Vorgehensweise kann auch für Post-reading activities verwendet werden.
  10. Last but not least: Ein Text darf auch schön sein: Ich füge gerne Deckblätter mit Bildern hinzu und gebe mir richtig Mühe den Text sauber zu layouten und zu gestalten, z.B. lasse ich Bilder im Fließtext umfließen, benutze gelegentlich Kapitälchen oder farbige Überschriften. Mein Ziel ist es eine schöne und „wertige“ Arbeitsgrundlage zu bieten, mit der man auch arbeiten möchte und keine „Bleiwüste“ an die Schüler auszugeben, die einen abschreckt und demotivert.

Hier mein Beispiel für einen selbstgelayouteten Text aus der Oberstufe im Fach Englisch, den ich vom „TeaTime-Mag“ entnommen habe:

India’s blessed bovines (als .docx)

India’s blessed bovines (als.pdf)

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