Das Internet der Dummheit und des Hasses – update

Freie Meinungsäußerung ist eines der höchsten Güter in einer demokratischen Gesellschaft. Das Netz ist dafür wie geschaffen – könnte man denken. Schon seit einigen Jahren macht sich jedoch ein negativer Trend auf allen Plattformen bemerkbar, auf denen Menschen ihre Meinung äußern können. Es begann mit YouTube. Unter selbstgedrehten Videos konnte man immer öfter Schmähkommentare lesen. Dieses Phänomen bekam sogar eine eigene englische Bezeichnung: troll oder to troll. Das Urban Dictionary definiert dieses Wort so:

One who posts a deliberately provocative message to a newsgroup or message board with the intention of causing maximum disruption and argument

Trolls posten absichtlich provokative Meinungen zu Themen, um Diskussionen unnötig anzuschüren und zu verschärfen. Neben den Trolls hat sich noch eine radikalere Gruppe gebildet, nämlich die Hater, zu Deutsch Hasser. Hasser beleidigen, verunglimpfen und hetzen auf.

Trolls und Hater sind heute auf allen größeren und kleineren sozialen Plattformen zu finden, von Youtube über Facebook bis hin zu einem WhatsApp Klassenschat.

Eine deutliche Veränderung zu früher ist zum Einen die Zunahme der Troll- und Hatekommentare und zum Anderen, dass Trolls und Hater sich nicht mehr in der Anonymität verstecken. Es ist jetzt völlig normal unter seinem Klarnamen Hasskommentare zu posten. Die Gründe hierfür sind schnell zusammengefasst: Man bekommt die Menschen hinter den Kommentaren kaum zu fassen. Die Strafverfolgung kann die Anzahl der Verstöße nicht mal ansatzweise in den Griff bekommen. Einen Hatekommentar zu posten kommt etwa einer Geschwindigkeitsüberschreitung im Straßenverkehr gleich. Einmal kurz die Sau raus lassen – wir werden schon nicht geblitzt. Leider ist das allzuoft wahr.

In der aktuellen Flüchtlingsdiskussion, die natürlich auch auf Facebook und Co. heiß diskutiert wird, lässt sich diese Negativentwicklung sehr deutlich erkennen. Es werden unverblümt rechtsradikale und menschenverachtende Hetzpostings ins Netz geworfen:

Hetze

Die Journalistin Anja Reschke thematisiert dieses Problem in ihrem Kommentar zu Flüchtlingsproblematik in den Tagesthemen vom 06.08.2015. Ihrer Meinung nach kann man dieser Entwicklung nur durch gezielte Konfrontation begegnen. Menschen sollen ihre liberale Einstellung offen kund tun und sie bewusst ins Netz stellen, um einen Gegenpol gegen die Radikalisierung der sozialen Medien zu bilden. Man soll mit seiner weltoffenen Einstellung ein Statement abgeben, sogar provozieren!

Hier stimme ich ihr voll und ganz zu.

Update:

Jan Böhmermann vom ZDF-Neo Magazin hat diesen prägnanten Satz zu diesem Thema ausgesprochen:

Starke Meinung – schwache Rechtschreibung

Das die Aussage stimmt, kann man bei meinem Bloggerkollegen von ui. der blog gut sehen sein Video zu diesem Thema hier!

2 Gedanken zu “Das Internet der Dummheit und des Hasses – update

  1. Pingback: 21 Tipps zur Datensicherheit und Anonymität im Netz | Medienreferenzschule

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